Eine neue Heilkultur

„Fortschritte begabter Menschen entstehen dadurch, dass sie sich ihrer selbst inne sind, während sie tun. Ihr Talent entspringt der Freiheit, ihre Verfahrensweisen zu wählen, ja man könnte beinah sagen, dass, was wir Talent nennen, nichts anderes als diese Freiheit ist."
(Moshé Feldenkrais, Die Entdeckung des Selbstverständlichen)

Wir leben in einer Wendezeit. Durch die Flexibilisierung der Gesellschaft mit ihrer kontaktreichen Beziehungslosigkeit und dem immensen Zeitdruck, werden sämtliche Bereiche unseres Lebens tief greifend beeinflusst und in Frage gestellt.
Die Umbrüche im Bereich von Beziehung, Arbeit und unserer Umwelt führen insbesondere zu einem starken Wandel unserer Gesundheit.
Ängste, Burnout, depressive Verstimmungen und Suchtprobleme nehmen ebenso zu wie stressinduzierte Krankheiten, Allergien, Herz-Kreislauf-Störungen und funktionelle Beschwerden vom Kopfschmerz über das Rückenleiden bis hin zu hormonellen Dysfunktionen.

Diese Krankheiten und Symptome fordern uns in eindringlicher Weise dazu auf, innezuhalten und uns für Lösungen zu öffnen, die ganz offensichtlich nicht „da draußen“ zu finden sind. Daher sollte eine neue Heilkultur und die sich daraus abgeleiteten Therapiekonzepte einen besonderen Augenmerk auf die sinnlich von „innen erlebten“ Körper-Geist-Beziehungen richten.

Laut des DAK-Gesundheitsreportes 2013 belegen Rückenschmerzen und Psychische Erkrankungen in Deutschland die ersten beiden Plätze bei berufsbedingten Krankschreibungen und Arbeitsunfähigkeiten.

Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass es einerseits der Mangel an Tiefensensibilität und Eigenwahrnehmung in unserer Kultur ist, der einen ganz wesentlichen Beitrag zur Chronifizierung dieser Erkrankungen liefert. Man kann es auch Mangel an Achtsamkeit nennen. Achtsamkeit ist ein Zustand klarer Bewusstheit, in dem die Aufmerksamkeit unmittelbar auf die gegenwärtige Erfahrung gerichtet ist. Sie wird hier weder von Erinnerungen an vergangene Ereignisse absorbiert, noch von Gedanken an zukünftige Möglichkeiten oder von irgendwelchen Phantasien.

Andererseits ist eine extreme Bewegungsarmut zu beobachten, deren Anfang oft schon früh in der Kindheit liegt. Lange Sitzperioden kombiniert mit zu wenig Ausgleich in Form von lustvoller, spielerischer Bewegungserfahrung, Zeitmangel und die enorme Ablenkung unserer Medienkultur führen dazu, dass wir uns zunehmend von unserem eigenen Körperempfindungen distanzieren. Körperlich gesehen ist Beweglichkeit räumlicher Natur, während Unbeweglichkeit der Psyche eher in zeitlicher Dimension erfasst werden kann. Der Mensch, festgefahren, unbeweglich in Zeit und Raum, unfähig sich von stark automatisierten Verhaltensweisen und Vorurteilen zu lösen, manifestiert dies körperlich und geistig auf schmerzhafte Weise.

“Ein jeder bewegt sich, empfindet, denkt, spricht auf die ihm ganz eigene Weise, dem Bild entsprechend, das er sich im Laufe seines Lebens von sich selbst gebildet hat. Um die Art und Weise seines Tuns zu ändern, muss er das Bild von sich ändern, das er in sich trägt.“ (Moshé Feldenkrais, 1904-1984)

Wir alle haben uns Gewohnheiten zu eigen gemacht: Wie wir gehen, stehen, sprechen, fühlen, zuhören. Und stets sind diese Tätigkeiten mit Bewegungen verbunden. Solchen, wie wir sie als Kinder gelernt haben. Meist unbedacht und spielend. Manches ist uns damals gelungen, was am Vortag noch unerreichbar erschien.
Es schleichen sich aber auch Gewohnheiten ein, die für die Entwicklung nicht förderlich sind. Der Mensch gibt sich nicht selten mit einem Zustand zufrieden, der nur einen winzigen Bruchteil seiner Möglichkeiten ausmacht – er erreicht ja, was er erreichen will. Dies ist der Grund dafür, dass wir in den meisten Fällen zu viel Kraft benötigen, um irgendwelche Bewegungen auszuführen. Das kann aber dazu führen – und nicht nur in zunehmendem Alter –, dass wir verkrampfen, Schmerzen bekommen, wir uns in unseren Bewegungen eingeschränkt fühlen, uns schlicht nicht mehr wohlfühlen.

Mein Ansatz besteht darin, durch meine Erfahrung als Praktizierender einen für eine erfolgreiche Gesundung notwendigen therapeutischen Kontext zu kreieren, in dem sich den Klienten neue Standpunkte und Sichtweisen durch bewusst wahrgenommene Bewegung erschließen.
Die Feldenkrais-Methode, das GYROTONIC EXPANSION SYSTEM® und die Myoreflextherapie, mit denen ich arbeite, bilden die Grundlage dieses Kontextes, indem der Klient Selbsterfahrungsprozesse machen und sein Handlungspotential erweitern kann. Unser Bewegungsapparat dient nicht einfach nur der Fortbewegung und der Verrichtung unserer vielfältigen Tätigkeiten. Über das Bewegungssystem nehmen wir aktiv unsere Umwelt und Innenwelt wahr, sind uns dessen aber selten bewusst. Vor diesem Hintergrund wird es notwendig, die Perspektive und "das zu Beobachtende" über das "Bewegungs-Spüren" zu erweitern.
Gemeinsam mit dem Klienten möchte ich einen Weg beschreiten um Bewegungsgewohnheiten zu identifizieren und effizientere Alternativen durch Wahrnehmungsdifferenzierung und Differenzierung von Spannung/Entspannung zu finden.
Dadurch wird es möglich besser zu spüren wo eine Bewegung leicht, geschmeidig und angenehm ist, wo und wie wir uns behindern oder überfordern. Das Ziel: Die Bewegungen sollen leichter werden, Grenzen sollen sich weiten, Verspannungen lösen, Schmerzen können nachlassen oder ganz verschwinden, da sie ihrer Signalfunktion beraubt sind.

“Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.“? (Albert Einstein, 1879–1955)

Der Mensch sollte nicht rein symptombehebende Therapien vom Behandler „bekommen“, sondern vielmehr einen aktiven Prozess des zunehmenden Bekanntwerdens mit seinem eigenen Körper und seinen Empfindungen aus einer neuen Perspektive erfahren. Ein Prozess, der ihm hilft, mit dem Entdecken seiner inneren und äußeren Natur fort zu fahren. Ziel ist es durch die erhöhte Bewusstheit neue Handlungs- und Wahlmöglichkeiten motorischer Art aber auch des Verhaltens im Alltag zu entdecken und damit ein höheres Maß an „Kontrolle“ über die „Launenhaftigkeiten“ auszuüben, die mit dem Lebendigsein einfach untrennbar verbunden sind.

Zu meiner Person

Mein Erfahrungshintergrund speist sich aus mehrjährigen Aus- und Weiterbildungen:

Andererseits fließen Erfahrungen aus Methoden ein, die ich in der Vergangenheit studiert und praktiziert habe, wie die Psychosomatische Energetik und Regulationsdiagnostik, die meinen jetzigen Wissensstand nachhaltig geprägt und bereichert haben.

Ich praktiziere seit vielen Jahren die buddhistische Achtsamkeits-Meditation Vipassana (pali „Einsicht“ oder „die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind“) und sammle intensive Bewegungserfahrung durch verschiedene Kampfkunst- und Selbstverteidigungssysteme.

Kontakt aufnehmen

Wünschen Sie weitere Informationen oder möchten Sie Einzeltermine in Feldenkrais® Funktionale Integration, Myoreflextherapie oder GYROTONIC® Personaltraining vereinbaren, freue ich mich über Ihren Anruf oder Ihre Email.

Die Termine der wöchentlichen Gruppenstunden in Feldenkrais® Bewusstheit durch Bewegung und aktuellen Workshops zu speziellen Themen teile ich Ihnen gerne auf Wunsch mit oder veröffentliche sie zeitnah unter der Rubrik „neues“.

Ich danke Ihnen für Ihr Interesse an meinem Internetauftritt.

András Majoros
Diplom-Sportlehrer und Heilpraktiker
Metzer Straße 19
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